IT-Sicherheit

Ransomware: wie sich KMU schützen

Verschlüsselt, erpresst, lahmgelegt. Was wirklich vor Ransomware schützt und was nur beruhigt.

Ransomware verschlüsselt Ihre Daten und fordert Lösegeld für die Freigabe. Kleinere und mittlere Unternehmen sind beliebte Ziele, weil sie oft schlechter geschützt sind. Guter Schutz hat zwei Seiten: schwer hineinkommen, und im Ernstfall schnell wieder hochkommen.

Wie Angriffe meist beginnen

Eine Phishing-Mail mit Anhang oder Link
Gestohlene Zugangsdaten ohne zweiten Faktor
Offene RDP- und Fernzugänge ohne MFA, ein häufiger Einstiegsweg
Ungepatchte Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind

Das verbreitete Bild vom gezielten Hackerangriff führt dabei in die Irre. Die meisten Angriffe auf den Mittelstand sind nicht persönlich, sondern automatisiert: Werkzeuge scannen das Internet nach offenen Zugängen und bekannten Lücken, und wer gefunden wird, wird angegriffen. „Wir sind zu klein, um interessant zu sein" schützt deshalb nicht, denn die Auswahl trifft ein Skript, kein Mensch.

Wie ein Angriff abläuft

Zwischen Einbruch und Verschlüsselung liegen oft Tage bis Wochen. Die Angreifer sehen sich in Ruhe um, sammeln Zugänge mit höheren Rechten, kopieren Daten ab und suchen gezielt nach den Backups, um sie gleich mitzuverschlüsseln oder zu löschen. Erst dann schlagen sie zu, gern nachts oder am Wochenende. Diese stille Phase ist die Chance der Verteidigung: Wer Auffälligkeiten bemerkt, etwa seltsame Anmeldungen oder neue Administratorkonten, kann den Angriff stoppen, bevor er wehtut.

Was wirklich schützt

MFA und zeitnah eingespielte Updates
Mitarbeiter, die Phishing erkennen
Sparsam vergebene Rechte, damit sich Schaden nicht ausbreitet
Ein Backup außer Haus nach der 3-2-1-Regel
Die Wiederherstellung regelmäßig testen, nicht nur das Sichern

Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. MFA und Updates schließen die Wege, über die die allermeisten Angriffe hereinkommen, und kosten wenig. Geschulte Mitarbeiter entschärfen den Rest der Einfallstore, am wirksamsten durch realistische Übung statt Belehrung. Sparsame Rechte begrenzen den Schaden, wenn doch ein Konto fällt: Ein Angreifer mit den Rechten eines Sachbearbeiters richtet wenig an, einer mit Administratorrechten alles.

Was nur beruhigt, aber wenig schützt

Ein Virenschutz allein hält moderne Ransomware nicht auf, denn viele Angriffe nutzen legitime Zugangsdaten und Bordmittel, die kein Scanner anschlägt. Auch eine Firewall hilft nicht gegen den Mitarbeiter-Klick auf den falschen Anhang, und eine Cyber-Versicherung ersetzt keinen Schutz: Sie zahlt nur, wenn die Grundlagen nachweislich vorhanden waren, wie unter Cyber-Versicherung beschrieben. Sicherheitstechnik, die niemand pflegt und deren Meldungen niemand liest, ist Dekoration.

Das Backup ist der entscheidende Hebel

Alle Vorbeugung kann scheitern, ein gutes Backup nicht. Wer eine saubere, getrennte Sicherung hat, die der Angriff nicht mitverschlüsseln kann, kann wiederherstellen statt zu zahlen. Genau deshalb ist die Kopie außer Haus so wichtig, und deshalb suchen Angreifer vor der Verschlüsselung gezielt nach erreichbaren Backups. Eine Sicherung, die dauerhaft mit dem Netzwerk verbunden ist und mit Domänen-Zugängen erreichbar bleibt, ist im Ernstfall keine.

Zwei Eigenschaften zählen: Die Kopie muss getrennt oder unveränderbar sein, und die Wiederherstellung muss geübt sein. Im Ernstfall entscheidet nicht, ob ein Backup existiert, sondern wie schnell daraus wieder ein arbeitsfähiger Betrieb wird. Den Unterschied erklärt Backup vs. Disaster Recovery.

Moderne Ransomware verschlüsselt aber nicht nur, sie stiehlt zuvor Daten und droht damit, sie zu veröffentlichen (doppelte Erpressung, Double Extortion). Gegen diese Drohung hilft kein Backup, denn die Daten sind bereits abgeflossen. Dagegen schützt nur, den Einbruch von vornherein zu verhindern. Ist es doch passiert, zählt das richtige Vorgehen im Ernstfall.

Wo Sie anfangen sollten

Wer heute bei null steht, geht die Punkte in dieser Reihenfolge an: erst MFA überall und offene Fernzugänge schließen, dann das Backup nach der 3-2-1-Regel aufsetzen und eine Wiederherstellung testen, dann Updates in einen festen Rhythmus bringen, dann Rechte aufräumen, dann die Mannschaft trainieren. Jeder einzelne Schritt senkt das Risiko spürbar; zusammen machen sie aus einem leichten Ziel ein unattraktives.

Wie wir gegen Ransomware schützen

Wir härten Zugänge und Systeme und sorgen für ein Backup außer Haus auf eigenen Servern in Deutschland, ergänzt um ein Tape-Archiv vor Ort im zertifizierten Safe. So trifft ein Angriff nie auch Ihre letzte Sicherung. Ob Ihre Umgebung heute ein leichtes Ziel wäre, zeigt der Blick von außen: unser Microsoft-365-Sicherheitscheck für die Cloud-Seite und der kostenlose Domain-Sicherheitscheck für alles, was von außen sichtbar ist.

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