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Exchange, Office 2021, Windows Server 2016: die Supportenden

Nach Windows 10 laufen weitere Microsoft-Produkte aus: Exchange 2016 und 2019 sind bereits ohne Support, Office 2021 und Windows Server 2016 folgen. Was das bedeutet und welche Wege es gibt.

Das Supportende von Windows 10 hat im Herbst 2025 viel Aufmerksamkeit bekommen, zu Recht. Weniger beachtet wurde, dass im selben Zeitraum eine ganze Reihe weiterer Microsoft-Produkte ausläuft, die in vielen Betrieben still ihren Dienst tun: der Exchange-Server im Keller, die Datenbank hinter der Warenwirtschaft, das Office auf den Rechnern, der Windows Server, auf dem alles liegt. Jedes dieser Produkte hat ein eigenes Datum, und für einige ist es bereits vorbei. Was für Windows 10 gilt, steht unter Windows 10 ist abgelaufen; hier geht es um den Rest der Liste.

Exchange Server 2016 und 2019

Support seit 14. Oktober 2025 beendet, für beide Versionen gleichzeitig
Keine kostenpflichtige Verlängerung: anders als bei Windows gibt es für Exchange kein ESU-Programm
Nachfolger ist Exchange Server Subscription Edition, kurz Exchange SE, technisch ein Exchange 2019 im Abonnement
Der direkte Umstieg auf Exchange SE funktioniert nur von Exchange 2019 mit aktuellem kumulativem Update; von Exchange 2016 führt der Weg über eine klassische Postfach-Migration
Die Alternative zum eigenen Server ist Exchange Online in Microsoft 365

Exchange ist der heikelste Punkt auf der Liste. Ein Mailserver steht mit mindestens einem Bein im Internet, und Lücken in Exchange werden seit Jahren systematisch ausgenutzt, oft innerhalb von Tagen nach Bekanntwerden. Ein Exchange ohne Updates ist deshalb nicht einfach ein veraltetes System, sondern ein offenes Tor, vor dem regelmäßig jemand vorbeikommt und an der Klinke rüttelt. Ob der eigene Server überhaupt noch die richtige Wahl ist oder ob Microsoft 365 besser passt, hängt vom Betrieb ab; die Abwägung steht unter Eigener Mailserver oder Microsoft 365. Wer in die Cloud geht, sollte das eigene Backup gleich mitplanen.

SQL Server 2016

Der Extended Support für SQL Server 2016 ist am 14. Juli 2026 ausgelaufen. Hier bietet Microsoft gegen Bezahlung Extended Security Updates an, maximal bis Juli 2029. Das klingt nach Luft, ist aber eine Brücke, keine Lösung: Es gibt nur sicherheitsrelevante Updates, keine Fehlerbehebungen, und die Kosten steigen jährlich. SQL Server steckt oft unsichtbar hinter Fachanwendungen, der Warenwirtschaft, der Zeiterfassung oder einem Dokumentenmanagement. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob der SQL Server aktualisiert werden kann, sondern ob die Anwendung darüber mit einer neueren Version freigegeben ist. Das klärt man mit dem Hersteller, bevor man plant.

Office 2021 und Office LTSC 2021

Supportende am 13. Oktober 2026, für die Kaufversion ebenso wie für die LTSC-Variante
Ausdrücklich ohne Extended Support: danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr, auch nicht gegen Geld
Wege: die Microsoft 365 Apps im Abonnement oder Office LTSC 2024 als Kauflizenz mit Support bis Oktober 2029

Office ist auf jedem Arbeitsplatz die Software, die Dateien aus fremder Hand öffnet: Anhänge, Angebote, Rechnungen. Genau deshalb sind Lücken in Office bei Angreifern beliebt. Wer heute noch Office 2021 einsetzt, hat damit ab Mitte Oktober auf jedem Rechner ein Programm, das Fremddateien verarbeitet und nie wieder einen Patch bekommt. Bei Betrieben mit Microsoft 365 löst sich die Frage meist von selbst, weil die Apps im Plan enthalten sind. Wer bewusst bei Kauflizenzen bleibt, etwa für Geräte ohne ständige Internetverbindung, ist mit LTSC 2024 richtig.

Windows Server 2016

Der Extended Support endet am 12. Januar 2027. Bis dahin gibt es Updates, danach greift wie bei Windows 10 ein kostenpflichtiges ESU-Programm für die, die es brauchen. Für den Umstieg gibt es vier Wege: das Upgrade auf Windows Server 2025, auf der bestehenden Hardware oder als neue Installation; der Umzug der Dienste in eine Cloud-Umgebung; ein neuer Server im eigenen Haus; oder ein Managed Server beim Dienstleister, der Betrieb und Updates gleich mit übernimmt. Welcher Weg passt, hängt daran, was auf dem Server läuft. Ein Dateiserver ist schnell umgezogen, ein Domänencontroller braucht Sorgfalt, und eine Fachanwendung mit zwanzig Jahren Geschichte braucht zuerst ein Gespräch mit dem Hersteller.

Warum „läuft doch noch" trügt

Alle genannten Systeme laufen nach dem Stichtag weiter. Es ändert sich nichts, was man am Bildschirm sieht. Das ist das Problem: Die Lücke bleibt unsichtbar, bis jemand sie findet. Drei Gründe, warum Abwarten teurer ist als Handeln:

Die Cyber-Versicherung fragt im Schadensfall nach dem Stand der Technik, und ein System ohne Updates ist keiner mehr
Fachanwendungen, Treiber und Schnittstellen hängen an alten Komponenten; jede verschobene Migration verlängert die Kette der Abhängigkeiten
Eine geordnete Migration braucht drei bis sechs Monate Vorlauf, von der Inventur bis zum Abschalten; wer im Dezember anfängt, hat den Januar-Termin verpasst

Dazu kommt, dass ein Server ohne Updates jedes Patch-Management aushebelt. Die übrigen Systeme sind aktuell, aber der eine alte Server im Netz reicht als Einstieg.

Das Vorgehen

01

Inventur

Welche Server, Datenbanken und Office-Installationen gibt es, in welcher Version, und welche Anwendung hängt an welchem System? Ohne diese Liste wird jede Migration zur Überraschung.

02

Zielbild

Je System die Entscheidung: aktualisieren, in die Cloud, ersetzen oder als Managed Server betreiben lassen. Und je Fachanwendung die Freigabe des Herstellers für die neue Version einholen.

03

Etappen

Erst die Systeme mit dem größten Risiko, also alles mit Internetkontakt. Dann der Rest, so getaktet, dass nie eine Abteilung still steht. Der neue Server läuft parallel, bevor der alte geht.

04

Abschalten

Das Altsystem wird nicht „vorsichtshalber" weiterbetrieben, sondern dokumentiert, gesichert und ausgeschaltet. Ein vergessener alter Server ist der klassische Einstiegspunkt.

Wie wir migrieren

Wir betreiben Server, Virtualisierung und Mailumgebungen für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber seit 2010 und haben die meisten dieser Umstiege mehrfach gemacht: Exchange auf Exchange Online oder Exchange SE, Windows Server über Generationen hinweg, SQL Server mit der Fachanwendung darüber. Die Migration läuft als Projekt mit Anfang und Ende, in Etappen und ohne Stillstand, auf Wunsch auf eigenen Servern in Deutschland. Wie wir dabei vorgehen und was Sie von uns bekommen, steht unter Server- & Exchange-Migration.

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