Software & KI

Kann ich mir Software von der KI schreiben lassen?

Ja, für den Nachmittag. Für den Betrieb über Jahre nicht ohne Weiteres. Wo KI-generierte Software trägt, wo sie bricht und was sich für Auftraggeber wirklich geändert hat.

Die Frage kommt inzwischen in fast jedem Erstgespräch, manchmal direkt, öfter als Unterton: Brauchen wir überhaupt noch jemanden, der Software baut, wenn die KI das kann? Die ehrliche Antwort von jemandem, der am Bauen verdient: Es hat sich viel geändert. Nur nicht das, was die meisten vermuten.

Was heute tatsächlich geht

Man beschreibt in Alltagssprache, was man braucht, und bekommt lauffähigen Code. Für diese Arbeitsweise hat sich der Begriff „Vibe Coding" eingebürgert. Für Prototypen, kleine interne Helfer, Auswertungen und Skripte funktioniert das erstaunlich gut. Ein Fachmann baut damit an einem Nachmittag, wofür er früher eine Woche gebraucht hätte. Wir nutzen diese Werkzeuge selbst, jeden Tag. Wer behauptet, das sei alles Spielerei, hat es entweder nicht ausprobiert oder will etwas anderes verkaufen.

Wo es bricht

Die Software läuft am ersten Tag. Die Frage ist, was in Monat vierzehn passiert, wenn der Kollege, der sie zusammengeklickt hat, in Elternzeit ist und sie sich plötzlich anders verhält.

Niemand im Haus versteht den Code, wenn er sich falsch verhält oder geändert werden muss
Sicherheitslücken bei Anmeldung, Rechten und Eingabeprüfung, die niemand sieht, weil alles funktioniert
Abhängigkeiten von Bibliotheken, die keiner kennt, geschweige denn aktuell hält
Keine Tests, keine Dokumentation, kein Backup-Konzept für die Daten, die darin entstehen
Die zweite Anforderung kollidiert mit der ersten, die dritte mit beiden, und aus dem Werkzeug wird ein Kartenhaus

Das ist dieselbe Geschichte wie bei Excel und Access als Datenbank und bei Low-Code, nur schneller. Der Engpass in der Softwareentwicklung war nie das Tippen von Code. Er liegt im Verstehen, was wirklich gebraucht wird, im Entscheiden, was weggelassen wird, und in der Verantwortung dafür, dass das Ding über Jahre läuft, abgesichert ist und mitwächst. Eine KI nimmt einem das Tippen ab. Den Rest nicht, und sie sagt einem auch nicht, dass er fehlt. Warum man ihren Ergebnissen nicht blind trauen darf, steht unter Kann man KI-Ergebnissen trauen?.

Was sich für Auftraggeber wirklich geändert hat

Das ist die gute Nachricht, und sie geht in der Debatte unter: Eigene Software ist deutlich günstiger und schneller geworden, weil die Werkzeuge in professioneller Hand enorm viel bringen. Vorhaben, die sich vor wenigen Jahren nicht rechneten, rechnen sich jetzt. Der kleine Workflow, der drei Leute täglich eine Stunde kostet. Das Portal für zwanzig Stammkunden. Die Schnittstelle zwischen zwei Systemen, zwischen denen bisher jemand abtippt. Die Abwägung unter Standardsoftware oder Individualsoftware verschiebt sich spürbar zugunsten der eigenen Lösung.

Gleich geblieben ist, was dahinter steht: Jemand muss das Fachliche verstehen, die Architektur entscheiden, die Sicherheit prüfen, den Betrieb und die Updates verantworten. KI beschleunigt den, der weiß, was er tut. Den, der es nicht weiß, beschleunigt sie in die falsche Richtung, nur merkt er es später.

Woran Sie erkennen, ob die KI-Lösung reicht

Eine brauchbare Faustregel ist die Frage: Was passiert, wenn das Werkzeug morgen weg ist oder falsche Ergebnisse liefert? Wenn die Antwort „dann ärgert sich eine Person und macht es wieder von Hand" lautet, bauen Sie es ruhig selbst mit der KI. Sobald mehrere Leute damit arbeiten, Kundendaten darin liegen, es an ERP, Buchhaltung oder Microsoft 365 angebunden ist, Rechte unterschieden werden müssen oder ein Ausfall Geld kostet, gehört es in professionelle Hände. Nicht, weil die KI schlechten Code schreibt, sondern weil ab hier Verantwortung dazukommt, die sich nicht generieren lässt.

Wie wir damit arbeiten

Wir bauen Software mit KI-Unterstützung, aber mit demselben Handwerk wie zuvor: Anforderungen klären, Architektur festlegen, testen, absichern, auf eigenen Servern in Deutschland betreiben. Sie bekommen dadurch mehr für Ihr Budget, nicht weniger Qualität. Wenn in Ihrer Fachabteilung bereits ein KI-gebautes Werkzeug entstanden ist, das jetzt wichtig geworden ist, übernehmen wir es und bringen es auf Betriebsqualität. Oft ist so ein Prototyp übrigens das beste Lastenheft, das wir bekommen können, weil er zeigt, was wirklich gebraucht wird. Eine erste Orientierung, was ein Vorhaben kostet, gibt Was kostet eine eigene Software?, die Entscheidungshilfe dazu Build vs. Buy.

Passt das zu einer Frage, die Sie gerade im Unternehmen beschäftigt?

Zu Build vs. Buy ↗
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